Donnerstag, 29. Oktober 2009

5. Newsletter

Halbzeit ist um. Die Zeit vergeht rasend schnell. Viel zu schnell! Die Projekte sind noch nicht soweit, wie sie sein sollten und ich müsste noch ca. 4 Wochen Ferien plus ein paar Kompensationstage einziehen… Muss mir wohl 2 Wochen Ferien ans Bein streichen. Munyama (= Bad Luck)!

Ferienplanung
Trotzdem ist jetzt Zeit, ein - zwei Auszeiten zu nehmen. Meine letzten Ferien waren an Weihnachten… Nachdem ich meinen Pass endlich mit der Visa-Verlängerung vom Ministerium zurück habe, kann ich planen. Hat nur 3 Monate gedauert… Ich wurde langsam nervös, weil ich nur ein 1-Monats-Visum hatte. Am Wochenende geht’s endlich nach Victoria Falls mit einem Freund aus der Schweiz, der für ein verlängertes Wochenende zu Besuch kommt. Mitte November scheint der Trip nach Mana Pools doch endlich zu klappen und anschliessend fliege ich für eine Woche nach Namibia, wo ich den Etosha-Park geniessen werde. Freue mich!!!

Die Arbeit
In der Zwischenzeit heisst’s aber arbeiten, arbeiten, arbeiten. Inklusive an den Wochenenden. Jetzt ist es Zeit, das Projekt auf den zweiten Distrikt auszuweiten. Selbstverständlich liegen die beiden Distrikte nicht wirklich günstig. Der eine ist ganz im Norden (Muzarabani), der andere ganz im Osten (Chipinge) des Landes. Und natürlich liegen beide in Gebieten, wo es mittlerweile 35-45 °C heiss ist. Zum Glück muss ich nicht körperlich arbeiten. Schatten suchen ist schon anstrengend genug. Keine Ahnung, wie das meine Mannen machen, die bei diesen Temperaturen Schwerstarbeit verrichten müssen!
Neben dem Beginn im zweiten Distrikt fangen die Workshops für die Benützer der Handpumpen an. Ihre Aufgabe ist es, für den präventiven Unterhalt und kleinere Reparaturen zu sorgen. Ausserdem werden sie in Gesundheits- und Hygiene-Zeug, etc geschult. Das ist logistisch ein schier unlösbares Problem. Wir haben zu nicht genügend Leute und zu wenige Fahrzeuge. Trotzdem müssen wir irgendwie versuchen, den engen Zeitplan einzuhalten. Wird schon schief gehen!

Besuch aus Bern
Diese Woche ist eine Delegation vom Hauptquartier in Bern hier. Am Sonntag durften wir ihnen unser Projekt zeigen. Diesen Trip haben sie freundlicherweise in ihr sowieso schon sehr volles Programm reingequetscht. Sie waren ziemlich beeindruckt, vor allem, als sie erfahren haben, dass ich 4 Tage pro Woche dort im sehr abgelegenen Backofen bin und die Arbeiten überwache. Anscheinend hatten in Bern ein paar Leute das Gefühl, dass ich nach 3 Wochen aufgebe und um einen Rückflug in die Schweiz bettle… Sorry!

Andere Länder, andere Sitten
Die Arbeit hier ist nicht immer einfach. Immer wieder steht man vor Problemen, die eigentlich keine sein sollten. Disziplin und Genauigkeit sind hier nicht sehr weit verbreitet. Man kann nicht erwarten, dass Leute ihren Job machen (ich spreche nicht (nur) von lokalen Leuten). Immer muss man nachfragen und die Leute unter Druck setzen, damit sie die selbstverständlichsten Arbeiten erledigen. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass man sie nicht verärgert, sonst machen sie gar nichts mehr. Ok, das ist jetzt vielleicht ein bisschen überspitzt formuliert, aber diese Woche war extrem…

Highlights
Zum Glück gibt’s natürlich auch die Highlights, die aufbauen. Die Dankbarkeit der Leute in den Dörfern, denen wir nach Jahren Dreckwasser wieder den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen (Klischee aber wahr). Das Klo ist (quasi) fertig und die Regierungsbehörde ist begeistert! Abende mit Freunden, mit denen man Erfahrungen austauschen und ein bisschen lästern kann (hilft immer!). Lokale Kollegen, die uns sagen, dass sie unsere Art zu Arbeiten schätzen. Oder so scheinbar unbedeutende Dinge wie das Per-Du mit dem Schweizer Botschafter und Facebook-Chats mit Freunden.
Diesmal belästige ich euch nicht so lange wie üblich. Hoffe, dass es euch allen gut geht und freue mich immer über Neuigkeiten aus der Schweiz!
Liebe Grüsse,
 
Eveline.

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