Die Zeit vergeht wie im Flug! Die Arbeiten verzögern sich, und vor Weihnachten muss noch einiges gemacht werden… Macht nichts, hier spürt man nicht viel von der Vorweihnachtszeit. Der Schnee fehlt, was mir persönlich entgegen kommt, ist zu kalt ;-)!
Victoria Falls
Victoria Falls
Wie bereits im letzten Newsletter angekündigt war ich in den letzten Wochen vermehrt als Tourist unterwegs. Zuerst ging’s nach Victoria Falls für ein verlängertes Wochenende mit einem Freund aus der Schweiz. Dank meinem mittlerweile Ex-Chef (davon später) und seinen Beziehungen konnten wir zu einem ziemlich vernünftigen Preis in einem sehr schönen Hotel buchen: Elephant Hills. Der Flug mit Air Zimbabwe war absolut problemlos. Alles lief rund, wir waren sogar pünktlich! Das Programm fürs Wochenende war ziemlich voll gestopft. Zuerst Sunset Cruise ohne Sunset – es hat geregnet – aber dafür mit vielen Hippos. Dann am morgen eine Kanu-Tour auf dem Zambezi. Vor dem Wassern wurden wir aber darauf hingewiesen, dass wir doch bitte versuchen sollten, nicht aus dem Kanu zu fallen, weil statistisch gesehen alle 10 Meter ein Krokodil wartet und Hippos sind auch nicht zu unterschätzen. Dann ging’s los. Immer schön einen Bogen um die Hippos machen. Die kleinen Stromschnellen waren lustig. Hippos sind die in der Regel Gewohnheitstiere und meist an den selben Stellen zu finden. Ausser zwei Bullen, die anscheinend einen Revierkampf am Laufen hatten. Die hatten keinen bessern Ort gefunden als mitten in den Stromschnellen zu tauchen. Genau in unserem Pfad! Zum Glück hat der Guide die zwei früh genug entdeckt, sodass wir alle rechtzeitig ans Ufer paddeln und unsere Kanus in einen Seitenarm tragen konnten. Am Nachmittag wurden wir zu den Wasserfällen geführt. Leider hatte es nicht sehr viel Wasser, weil es Ende der Trockenzeit war. Dafür hat man besser gesehen, wie spektakulär die Wasserfälle wären, wenn’s denn Wasser hätte. Für das Nachtessen wurde uns ein Lokal empfohlen, in dem man traditionelle Gerichte essen könne. Hmm (mit Strinrunzeln). Am Eingang wurde man schon mal mit einem Tuch behängt und geschminkt. Wäre fast wieder umgekehrt… Guter Anfang! Leider hat sich der Abend nicht verbessert. Das Lokal selbst war sehr schön und das Essen ok. Aber das ganze touristische Tam Tam war einfach zu viel. Zum Schluss wurde uns noch ein traditioneller Drink angeboten. Mit Vodka!!!??!!?? Zimbabwe!!???!!!!? Am nächsten Morgen gab’s noch eine Führung durchs Hotel und anschliessend an den Flughafen und zurück nach Harare.
Mana Pools
Mana Pools
Nach 10 Tagen arbeiten ging dann richtig los mit Ferien. Zuerst 4 Tage Mana Pools. Ein Nationalpark im Nordwesten von Zimbabwe an der Grenze zu Zambia. Diesmal waren wir zu viert. Meine WG-Kollegin Liz und zwei ihrer Freunde, Forbes und Jennie. Auf der 4-stündigen Autofahrt wurden wir an einer der vielen Strassensperren der Polizei aufgehalten. Das ist nicht unüblich. Was uns aber sehr überraschte war, dass der Polizist uns fragte, ob wir Waffen dabei hätten. Wir hätten fast alle laut gelacht, weil wir auf diese Frage nun gar nicht vorbereitet waren. Nachdem wir verneint hatten, fragte er uns, ob er das Auto durchsuchen könne. Wir: na klar, aber wenn möglich bitte schnell, wir müssen unser Schiff erwischen. Das hat er jetzt wahrscheinlich nicht erwartet. Nach kurzem zögern meinte er, wir können weiterfahren, er suche dann das nächste Mal nach Waffen ;-). In Chirundu angekommen ging’s mit dem Schnellboot weiter zum Camp, welches direkt am Zambezi liegt. Ruckomechi Camp, sehr empfehlenswert! Im Preis inbegriffen sind fast alle Getränke, alle Mahlzeiten und zwei Aktivitäten pro Tag! Im Angebot waren: Sunset Cruise auf dem Zambezi (mit Apéro auf einer Sandbank und einem Spaziergang an Land, weil der Guide so fasziniert war von einer Horde Elefanten und sie aus der Nähe sehen wollte), Nacht-Safari im Auto, normale Safari (Löwen aus nächster Nähe, Elefanten, Antilopen, Zebras, das obligatorische Apéro zum Sonnenuntergang, etc.), Kanu Trip (weniger spektakulär als in Vic Falls) und der Spaziergang (so sieht man auch die kleineren Tiere und Pflanzen). Nachts darf man nicht ohne bewaffneten Guide von Zelt zu Zelt laufen. Zuerst dachten wir, das sei ein bisschen übertrieben. Als wir aber während der Siesta mal über die Schulter geschaut haben, stand doch da tatsächlich ein Elefant wenige Meter hinter uns. Ok, da waren noch ein paar Holzlatten zwischen uns. Es war trotzdem sehr eindrücklich. Die sind unglaublich leise! Am nächsten Tag war wieder ein Elefant im Camp. Der war allerdings etwas übler gelaunt. Die Vorsichtsmassnahmen sind gerechtfertigt. In der Nacht kommen nämlich auch die Löwen ins Camp. Mana Pools war ein grossartiges Erlebnis und wir sind sicher nicht zum letzten Mal hier gewesen!
Namibia
Namibia
Am Sonntag waren wir zurück in Harare. Braeden, die andere WG-Kollegin stand schon mit gepackten Koffern bereit, weil ihre Zeit in Zimbabwe abgelaufen war und sie nach Kinshasa weiter zog. Am Montag ging’s für mich auch weiter. Um 5 Uhr morgens wurde ich vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gebracht. Meine ersten Ferien alleine. Namibia: ich komme!!! Oder doch nicht? Zur Check-In Zeit wurde uns mitgeteilt, dass wir leider noch ein bisschen warten müssen, da unser Flugzeug noch in Johannesburg sei. Eigentlich hätte unser Flugzeug am Abend vorher nach Harare fliegen sollen. Da die Pistenbeleuchtung am Flughafen in Harare nicht funktioniert hatte, musste das Flugzeug in Johannesburg bleiben… Macht nichts, ich hab genug Zeit zum Umsteigen in Johannesburg. Endlich in Windhoek angekommen konnte ich mein Mietauto abholen. VW Chicco, oder so. Sieht aus wie ein Golf. Nachdem ich mich nach einem guten Ort zum Übernachten auf halber Strecke zum Etosha Park erkundigt hatte, fuhr ich los. Die angekündigten 2 Stunden bis zum Übernachtungsort waren schlussendlich 3.5 Stunden. Als ich um 10 Uhr nachts ein B&B gefunden hatte war ich ziemlich froh und müde. Obwohl die Strassen kaum Kurven haben muss man trotzdem immer wachsam sein, da jederzeit ein Warzenschweiz, Kudu oder sogar ein Elefant auf die Strasse rennen könne. Am morgen früh ging’s weiter. Schon auf den ersten paar hundert Metern im Etosha Park habe ich fast mehr Tiere gesehen als in den 4 Tagen in Mana Pools. Nach den ersten paar hundert Metern war auch die Teerstrasse zu Ende. Obwohl ich eigentlich ein paar Wochen zu spät im Park war, habe ich trotzdem viele Tiere gesehen. Die Wasserlöcher waren nicht so überlaufen wie sie in der Trockenzeit sind, dafür waren die Zebras und Elefanten verspielter! Am zweiten Tag im Park wollte ich eigentlich den Osten abklappern. Als die Wolken immer dunkler wurden und es angefangen hatte zu regnen, bin ich zurück, weg von den Wolken, da ich mit meinem VW nicht in einem Matschloch stecken bleiben wollte. Das Glück war auf meiner Seite, denn durch die Programmänderung war ich genau zur richtigen Zeit am richten Ort um die Löwen direkt neben der Strasse zu sehen! Den Osten habe ich dann am Tag darauf gemacht. Der Regen hat einige Strecken ziemlich aufgeweicht. Vor allem eine lange Gerade in einer Senke. Ich habe Blut geschwitzt, bis ich das Ende vom Matsch erreicht hatte. Da war ich mal wieder froh, dass ich den Winterfahrkurs vom TCS gemacht hatte! Lustigerweise war die Strasse am Ende vom Matsch gesperrt. Da hab ich mich natürlich gefragt wieso. Ist es wegen dem Matsch, und sie haben vergessen, auf der anderen Seite zu sperren, oder ist es wegen etwas, das noch vor mir liegt? Ich habe entschieden, weiterzufahren. Durch den Matsch wollte ich nicht mehr zurück. Kurz darauf rannte dann ein Elefantenbulle auf mein Auto zu. Ups. Schnell den Rückwärtsgang rein und langsam zurückfahren. Das hilft meistens, wenn’s ein Männchen ist. Hab ich in der Zwischenzeit gelernt. Es hat geholfen. Allerdings hat mich der Bulle eine Viertelstunde lang nicht vorbei gelassen. Da hatte ich ganz ehrlich doch ein bisschen Angst. Leider sind die Lodges im Park nicht sehr gut. Es hat zu viele Touristen und sie sind nicht darauf angewiesen, dass die Gäste zufrieden sind. Der Service war entsprechend. Alles in Allem: Etosha war super. Auf der Rückreise hatte ich wieder einen längeren Aufenthalt in Johannesburg. Wir wurden pünktlich zum Boarden aufgefordert, doch nach einer halben Stunde in der Schlage hat’s geheissen: der Flug wurde abgesagt, weil die Pistenbeleuchtung in Harare nicht funktioniert. Das kommt mir irgendwie bekannt vor! Wir durften somit auf Kosten der Fluggesellschaft eine Nacht in Johannesburg verbringen.
Wer ist jetzt der Chef?
Wer ist jetzt der Chef?
Zurück in Harare stand eine wichtige Woche vor mir. Die letzte Woche meines Chefs. Sein Vertrag war abgelaufen. Ich habe in dieser Woche die 7 Projekte übernommen und noch soviel Wissen wie möglich aus ihm rausgesaugt. Jetzt liegts an mir! Jetzt bin anscheinend ich der Chef… Den Papierkram muss ich jetzt erledigen. Das heisst, die schöne Zeit im Feld ist für mich mehr oder weniger vorbei. Schade!
Und schon wieder: Ferienplanung
Und schon wieder: Ferienplanung
Während der Weihnachtszeit werde ich in Amman eine Arbeitskollegen des SKH besuchen. Das Programm hört sich super an: Petra, Aqaba, Wadi Rum, Totes Meer und Damaskus, wenn sie uns über die Grenze nach Syrien lassen. Schon wieder Ferien denkt ihr wohl. Glaubt mir, ich hab sie verdient, auch wenn sich der Newsletter nicht so anhört!
Die Zukunft, oder: Ich hab's dir ja gesagt!
Die Zukunft, oder: Ich hab's dir ja gesagt!
Und jetzt kommt der schwierige Teil des Newsletters: Ich bleibe vorerst in Zimbabwe. Mein Vertrag wurde um 9 Monate verlängert. Das wird einigen von euch nicht gefallen. Sorry. Mir gefällt der Job, das Land und die Leute. Ich bin glücklich hier! Trotz den vielen Schwierigkeiten bei der Arbeit und mit dem Haus. Klar vermisse ich einiges in der Schweiz: Familie, Freunde, Arbeitskollegen, mein Moped und den Luxus der Zuverlässigkeit. Die Verlängerung und eine schöne Summe der DEZA für meine eigenes Projekt bieten mir eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen kann. Einige von euch haben mir vor meiner Abreise schon gesagt, dass ich nicht so schnell zurück kommen werden. Ich hab’s euch nicht geglaubt. Ihr hattet recht! Ich gebe einen guten Job in der Schweiz auf und stürze mich ins „Ungewisse“. Was werde ich nach den 9 Monaten machen? Keine Ahnung, aber ich bin sicher, dass sich irgendwo eine Tür öffnen wird. Meine Entscheidung fühlt sich jedenfalls richtig an.
Schweiz, ich komme (kurz)
Schweiz, ich komme (kurz)
So wie es momentan aussieht, werde ich im Januar für 2-3 Wochen in der Schweiz sein und hoffe, dass ich in dieser Zeit so viele wie möglich von euch wieder sehen werde!
Liebe Grüsse und eine schöne Weihnachtszeit!
Eveline.
Links zu meinen Ferienfotos:
Etosha Parkhttp://www.facebook.com/album.php?aid=2043964&id=1391978303&l=75406b2488