Kwaziwai. Makadii?
Das ist Shona und heisst soviel wie "Seid gegrüsst. Wie gehts?" Ich versuche, ein paar Brocken Shona zu lernen, damit ich mindestens ein paar Freundlichkeiten austauschen kann. Ich war letzte Woche nun endlich zum ersten mal im Feld und konnte ein bisschen üben. Sehr weit bin ich allerdings nicht gekommen. Viele grosse Augen... Ich weiss nicht, ob es an meinem Akzent lag, oder daran, dass viele selten oder noch nie Weisse gesehen haben. Und dazu noch eine Frau in Hosen! Ich weiss jetzt, wie sich ein Alien auf der Erde fühlen würde ;-).
Das ist Shona und heisst soviel wie "Seid gegrüsst. Wie gehts?" Ich versuche, ein paar Brocken Shona zu lernen, damit ich mindestens ein paar Freundlichkeiten austauschen kann. Ich war letzte Woche nun endlich zum ersten mal im Feld und konnte ein bisschen üben. Sehr weit bin ich allerdings nicht gekommen. Viele grosse Augen... Ich weiss nicht, ob es an meinem Akzent lag, oder daran, dass viele selten oder noch nie Weisse gesehen haben. Und dazu noch eine Frau in Hosen! Ich weiss jetzt, wie sich ein Alien auf der Erde fühlen würde ;-).
Und es geht halt alles langsamer...
Aber von Anfang an. Nachdem sich unser eigentliches Projekt, die Rehabilitierung von Bohrungen mit Handpumpen, weiter verzögert hat, weil der Vertrag für den Unternehmer, der die Arbeiten ausführen wird, aus diversesten Gründen einfach nicht fertig wird, haben wir das Programm etwas umgestellt. Die Vorbereitungen für meinen Trip in den District Chipinge (südöstlich von Harare an der Grenze zu Mozambique) haben mehrere Tage in Anspruch genommen. Das Zeitraubende ist nicht etwa, die Arbeit zu planen oder so (da reichte ein Telefonanruf ins IOM Büro in Mutare), sondern die ganzen Formalitäten für die Reise! Wir können nicht einfach ein Auto aus dem Pool nehmen und losfahren. Zuerst muss man ein Fahrzeug inkl. Fahren beantragen. Fahrzeuge sind leider etwas knapp, bisher hats aber zum Glück immer geklappt, touch wood! Anschliessend braucht man die "Security Clearance" von UNDSS, mit der kann man dann die "Travel Authorisation" bei IOM bzw. bei UNICEF beantragen. Das wäre alles kein Problem, wenn derjenige bei UNICEF, der das Papier unterschreiben muss, seinen Job machen würde... Irgendwie hats noch rechtzeitig geklappt und am Mittwoch gings los.
Gute Planung ist alles
In einem Guesthouse hätten uns Kollegen vom IOM Büro Mutare erwarten sollen. Ihr Chef hat uns ein paar Stunden vorher bestätigt, dass sie uns zu den Bohrungen führen werden. Alleine hat man schlicht keine Chance, die zu finden! Die Kollegen haben sich sehr gefreut, uns zu sehen, da sie uns überhaupt nicht erwartet hatten. Sie wüssten von nichts und hätten auch keine Zeit! Wie dem auch sei, was nicht passt, wird passend gemacht. Sie haben uns einen Mitarbeiter vom Gesundheitsministerium organisiert, der uns die nächsten 2 Tage rumgeführt hat. Unsere Aufgabe war es, eine Bestandesaufnahme der Bohrungen und Handpumpen in einem Teil des Districts Chipinge zu machen, um in 2 Monaten auch hier mit der Rehabilitierung dieser anzufangen. Von 54 Bohrungen und "Deep Wells" wurden 2 komplett aufgegeben, weil das Wasser schlicht zu salzig ist, 15 funktionieren seit Monaten oder teilweise seit Jahren nicht mehr und die übrigen sind in einem mehr oder weniger guten Zustand.
5 Sterne
Das Guesthouse war der Hammer. Man konnte noch deutlich sehen, dass es mal richtig schön war. Das Essen war geniessbar. Reis, der in chloriertem Wasser gekocht wurde, schmeckt auch entsprechend. Ist aber besser so als mit verseuchtem Wasser! Auf der einzigen Toilette gabs kein Licht und kein Schloss, fliessend Wasser gabs auch nicht, aber dafür einen Kübel voll Wasser, um sich zu Waschen (wenn der Kübel nicht gerade gebraucht wurde, den Boden zu putzen...). Was kann man erwarten für 5 US$ pro Nacht? Und das sei für die ländliche Gegend eine gute Absteige. Bin ja gespannt, was mich nächste Woche erwartet... Es war jedenfalls schön, am Samstag Nachmittag wieder zu Hause zu sein. Jetzt da wir endlich warmes Wasser haben!
Geht's jetzt doch noch los?
Nächste Woche gehts dann richtig los mit den Rehabilitierungen im District Centenary im Norden von Harare. Der Vertrag soll morgen unterschrieben werden, heisst es. Auch unser 2. Projekt nimmt jetzt klare Formen an. Toiletten für die Grenzübergänge. Schönes Thema! Jetzt ist allerhöchste Zeit, dass wir loslegen können. Nachdem die Cholera-Epidemie am 7. Juli von der WHO als beendet erklärt wurde, sind in den letzen Tagen bereits neue Fälle aufgetaucht. Der Zufall will es, dass diese genau, aber wirklich genau dort aufgetreten sind, wo wir letzte Woche waren. Wir haben sogar die Handpumpe der entsprechenden Klinik überprüft. Sie funktioniert!
Eigentlich wollte ich nicht wieder so viel schreiben. Sorry!
Usiku. Murare zvakanaka! (Gute Nacht. Schlaft gut!)
Liebe Grüsse,
Eveline.
P.S. Meine simbabwische Handy-Nummer lautet: +263 91 362 45 09. Manchmal kann ich sogar SMS empfangen oder schicken!!! ;-)